Alkoholismus - Teil 1: Die Neurobiologie

Einleitung

Eine Orientierung

Einige Worte zum Beginn

Alkoholsucht: Die Neurobiologie

Serotonin

Dopamin

Cortisol

GABA

Die Testung: Wo stehe ich?


Einleitung


Ich mich entschieden eine kleine Serie von Blogs zum Thema Alkoholismus erstellen. Dabei soll der Bogen von den biologischen Voraussetzungen über die Krankheitsmechanismen bis hin zur effektiven Behandlung dieser Krankheit reichen. Ganz wichtig: Die gute Nachricht vorneweg ist, dass sich Alkoholismus gut, erfolgreich und nachhaltig behandeln lässt. Es gibt hier nicht nur Hoffnung, sondern erwiesenermaßen effektive Strategien - allerdings außerhalb der momentanen medizinischen Behandlungsrichtlinien. Alkoholismus ist heilbar, ein Reset ist möglich und das alles viel einfacher als viele glauben oder zu wissen glauben.

Ich selbst bin diesen Weg gegangen. Und es war eine lange Reise, reich an bitteren Erfahrungen, Enttäuschungen und Rückschlägen. Ich kenne die konventionellen Ansätze zur Genüge, und keiner davon erscheint mir wirklich geeignet den Betroffenen dauerhaft zu helfen. Nur etwa 10% der konventionell behandelten Alkoholiker*innen schaffen es, dauerhaft abstinent zu bleiben. Wobei abstinent bleiben nicht identisch ist, mit geheilt sein. Viele abstinente Alkoholiker spüren lebenslang immer noch den Wunsch Alkohol zu trinken - nur schaffen sie es diesem Drang zu widerstehen. Unter Heilung verstehe ich, dass das Verlangen nach Alkohol völlig und dauerhaft verschwindet. Alkohol sollte optimaler Weise das gleiche Verlangen auslösen wie der Wunsch nach einer Steuerprüfung. Und wie gesagt – das ist möglich. Die Erfahrungen aus einer jahrzehntelangen, über weite Strecken mühsamen, frustrierenden und schmerzhaften Reise sollen hier zur Verfügung gestellt werden, so dass jeder der diesen Weg gehen will davon profitieren kann und direkt und ohne Umwege zum Ziel kommt.



Bezeichnenderweise werden die wirklich effektiven Instrumente, die man benötigt, um diese Krankheit erfolgreich zu behandeln vom Mainstream ignoriert, verschwiegen oder sogar attackiert. Dringend benötigte klinische Studien, um vielversprechende Ansätze weiterzuverfolgen und in medizinische Leitlinien zu überführen werden nicht durchgeführt – oder so sie durchgeführt wurden schlicht nicht beachtet. Obwohl der Leidensdruck immens ist – alleine in Deutschland sind Millionen von Menschen und Familien betroffen – tut sich auf diesem Feld wenig. Im Gegenteil werden bewiesenermaßen funktionierende Therapien kriminalisiert, Ärzten, die diese Therapien ihren Patienten anbieten laufen Gefahr ihre Zulassung zu verlieren. Die Lernkurve unseres medizinischen Systems ist extrem flach und tendiert gegen Null. Dennoch: Alle hier im weiteren empfohlenen Werkzeuge sind grundsätzlich legal, verfügbar und nutzbar.


Da es ein komplexes Thema ist, erscheint es mir sinnvoll, den gesamten Text in mehrere Einzelbeiträge zu gliedern:


1. Alkoholsucht: Die Neurobiologie

Die gängigen Erklärungsversuche sind vollkommen unzureichend und beschreiben bestenfalls Risikofaktoren – nicht aber die Mechanismen dahinter. Hier gibt es inzwischen viele Erkenntnisse, die wenig bis keine Beachtung finden.

2. Effektive Therapie Teil 1: Übersicht der Tools und der Einstieg in den Ausstieg

Was funktioniert und was nicht, was am Anfang beachtet werden muss und welche konventionellen Ansätze Sinn machen



3. Effektive Therapie Teil 2: Ibogain

Was für Heroin, Kokain, Meth und Crack funktioniert – tja Überraschung, es funktioniert auch für Alkohol. Das Tool für die nachhaltige Heilung.

4. Effektive Therapie Teil 3: Baclofen Kein leichtes Thema, kein einfaches Werkzeug – aber nichts wovor man sich fürchten müsste. Das Tool um das erste Jahr zu überstehen und der Anfang vom Ende der Sucht. Gewidmet einem Pionier und Helden, Dr. Olivier Ameisen.


5. Effektive Therapie Teil 4: Die „kleinen“ Helferlein: Die vielen für sich genommen kleinen Bausteine, die in Summe aber entscheidend für den Erfolg sein können




Eine Orientierung


Alkohol weist von allen etablierten Drogen das höchste Schadpotential auf, und ist dabei neben Nikotin die einzige fast weltweilt "legale", die ohne weiteres zu bekommen ist. Schlimmer noch: Alkohol ist fester Bestandteil vieler Kulturkreise (insbesondere unserem), Alkohol zu trinken ist häufig gesellschaftlich akzeptierter als Alkoholkonsum abzulehnen ("Spaßbremse").



Betrachten wir einmal die Plätze 2-4 auf dieser Rangliste der „Most-evil-substances“, so stellt man fest das diese in aller Munde sind – was ihre Gefährlichkeit angeht, ihre gesellschaftliche Ächtung, die mit ihnen verbundene Kriminalisierung und die mit ihnen assoziierte Schadwirkung. Dabei schlägt Alkohol sie alle. Man könnte es auch etwas anders betrachten: Die Schadwirkung von Alkohol ist höher als die von Tabak, Cannabis, Ecstasy, LSD und Magic Mushrooms zusammen. Dennoch treten wir bei Prävention und Therapie seit Jahrzehnten auf der Stelle. Alkohol ist eine Industrie, in vielerlei Hinsicht: Da haben wir einmal die Produzenten und Verkäufer (Man beachte welche Verkaufsfläche in einem durchschnittlichen Supermarkt für alkoholische Getränke reserviert ist), wir haben die Gastronomie (Bars, Restaurants, Discotheken, etc.) die von der ausgelassenen Stimmung der Konsumenten profitieren und wir haben, man muss es leider so sagen, auch die „Helferindustrie“: Kliniken, Suchtberatungen und NGO’s, die auf einen steten Strom an „Kunden“ angewiesen sind. Das mag für manche erst einmal seltsam und nach „Verschwörungstheorie“ klingen, aber die hartnäckige Weigerung unseres medizinischen Systems sich mit neuen, effektiven und einfachen Wegen der Suchtbehandlung zu beschäftigen hat eine tiefere Motivation als konservative Zurückhaltung. Hier geht es zu einem nicht geringen Maß darum, die eigenen Pfründe zu verteidigen.




Einige Worte zum Beginn


In diesem ersten Teil wollen wir uns mit einigen interessanten neurobiologischen Konzepten beschäftigen, die ein Licht darauf werfen, wie Alkoholismus in unserem Gehirn funktioniert. Ich weiß, nicht alle legen Wert auf theoretische Konzepte und viele wollen gleich zum praktischen Teil übergehen. Das steht jedem frei, und wer will kann sich auch (sobald verfügbar) gleich auf Teil 2 stürzen. Dennoch halte ich es für wichtig, sich mit diesen Hintergründen auseinanderzusetzen und zu versuchen sie zu verstehen:

  • um unsere individuellen Schwachstellen und Baustellen kennenzulernen

  • um zu lernen, wie wir diese Mechanismen reparieren können, um Teufelskreise zu durchbrechen

  • und um zu verstehen, welche Werkzeuge wann und bei wem sinnvoll sind

Die zwei Hauptsäulen des hier vorgestellten Konzepts – Ibogain und Baclofen – sind dabei meiner Meinung und Erfahrung nach für jeden geeignet und entscheidend. Aber all die vielen weiteren Puzzleteile, die letztlich auch den wahren und vollständigen Erfolg ausmachen, kann man nur mit diesem Wissen adäquat auswählen und für sich zu einem sinnvollen Gesamtkonzept zusammenstellen. Jede(r) Betroffene muss sich über folgendes im Klaren sein: Momentan gibt es keine Anlaufstelle, keine Klinik, keine Praxis, kein Retreat und keine Entzugseinrichtung die einem alles Benötigte maßgeschneidert zur Verfügung stellen wird. Wer diesen Weg gehen will, muss sich sein individuelles Konzept selbst erarbeiten, sein eigener Therapeut werden. Das klingt schwierig, ist aber gut machbar – wenn sich von Anfang Mühe gibt, etwas Geduld mitbringt und keine Komplettlösung innerhalb von ein paar Wochen erwartet.



Alkoholsucht: Die Neurobiologie


Neurobiologie ist die Wissenschaft von der Arbeitsweise unseres Nervensystems. Hier geht es viel um Signale und Signalverarbeitung – auf biochemischer und elektrischer Ebene. Wir wollen hier einige entscheidende Signalwege betrachten, die wesentlich darüber entscheiden, ob jemand zum Alkoholiker wird oder nicht. Warum die einen ein Leben lang Alkohol konsumieren können ohne abhängig zu werden, und bei anderen bereits die wilden Jugendjahre ausreichen, um eine lebenslange Alkoholikerkarriere zu starten. Bekannt und anerkannt ist, dass es bei Alkoholismus eine familiäre Disposition gibt: Kinder von Alkoholikern haben ein dramatisch erhöhtes Risiko, selbst Alkoholiker zu werden. Man vermutete daher, es müsse eine Art „Alkoholikergen“ geben, das diesen Weg vorzeichnet. Nun, nachdem das vollständige menschliche Erbgut kartographiert worden ist muss man zugeben: Ein solches Gen wurde nicht gefunden. Dennoch gibt es genetische Eigenschaften, die vererbt werden können und das Risiko für Suchterkrankungen im Allgemeinen und Alkoholismus im Besonderen massiv erhöhen können. Betroffen sind dabei Gene, die in den Stoffwechsel bestimmter Neurotransmitter (Botenstoffe des Gehirns) eingreifen. Konkret betrifft dies vor allem Dopamin, Serotonin, GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) und Cortisol.



Serotonin


Fangen wir mit dem einfachsten an, Serotonin. Dieser Botenstoff hat mit dem höchsten Bekanntheitsgrad, und zwar als Glückshormon. Depressionen beispielsweise werden vor allem durch eine medikamentöse Erhöhung des Serotoninspiegels im Gehirn behandelt. Serotonin ist allerdings mehr als einfach nur ein Stimmungsaufheller. Es ist auch wesentlich für unsere Stressresistenz verantwortlich. Ist sein Spiegel zu niedrig (und hierfür kann es viele Gründe geben), kann unser Gehirn nicht mehr ausreichend abschalten, es kommt zu einem Dauerstressmodus. Dieser wiederum steigert das Verlangen, sich anderweitig Entspannung und Erholung zu schaffen – zum Beispiel durch Alkohol, aber auch andere als Tranquilizer sedativ (beruhigend) wirkende Substanzen: Cannabis, Benzodiazepine (Valium) oder Opioide (Morphium, Oxycontin, Heroin). Die häufigsten Ursachen für einen zu niedrigen Serotoninspiegel sind:


· Ein zu schneller Abbau: Dieser erfolgt durch ein Enzym namens MAO (Monoaminooxidase). Ca. 10% der Bevölkerung haben genetisch bedingte eine überaktive (also zu schnelle) MAO, bei Alkoholikern liegt der Anteil bei über 50% (!). Typische Anzeichen sind Energiemangel, geringe Selbstsicherheit, ein niedriges Leistungsniveau und Konzentrationsstörungen.

· Eine zu geringe Produktion: Der Großteil des Serotonins wird nicht im Gehirn gebildet, sondern im Darm – durch unser Mikrobiom. Ist dieses nachhaltig beschädigt fehlt dauerhaft Serotonin und das Gehirn kann diesen Mangel nicht ausgleichen. Wichtig hier zu wissen: Massive Antibiosen oder Chemotherapien außen vor, bleibt unser Mikrobiom ein Leben lang ziemlich konstant – es wird quasi bei der Geburt von der Mutter vererbt (oder im Falle eines Kaiserschnitts vom Krankenhaus). Außerdem können bestimmte chronische Entzündungen (Silent inflammation, Neuroinflammation) die Herstellung von Serotonin im Gehirn massiv behindern. Leider lassen sich diese Entzündungen nicht mit einem klassischen Blutlabor nachweisen („Großes Blutbild“, CRP, BSG, etc.), hierzu ist die Messung sogenannter Zytokine notwendig (v.a. Interleukin 6, TNF-alpha, Interleukin 17 und LPS). Krankheiten wie Leaky Gut, CFS, MCS, Rheuma oder neurologische Erkrankungen weisen auf ein solches Problem hin


Ein typisches Merkmal eines Serotoninmangels (egal welchen Ursprungs) ist übrigens das anfallsartige Verlangen nach Süßem mit entsprechenden Fressattacken. Süßigkeiten enthalten viel schnell verfügbares Tryptophan, die Vorstufe von Serotonin. Abgesehen davon gehen Depressionen und Alkoholismus häufig Hand in Hand: Depressive trinken mehr als der Durchschnitt und Alkoholiker sind häufiger depressiv als der Normalbürger. Serotonin lässt grüßen.



Dopamin


Dopamin ist vielen wahrscheinlich weniger geläufig. Dieser Botenstoff hat eine Doppelfunktion in unserem Organismus. Zunächst einmal ist es ein Leistungssignal, das immer dann auftritt, wenn Höchstleistung gefordert ist. Das kann im Sport sein, beim Auftreten vor einem Publikum, in lebensgefährlichen Situationen oder in den klassischen „Schrecksekunden“. Abgesehen davon, ist Dopamin der Hauptbestandteil unseres Belohnungssystems – was evolutionsbiologisch Sinn macht. Wer Höchstleistung bringt, hat eine Belohnung verdient. Deswegen werden viele geradezu abhängig von einem Dopamin-Kick. Leistungssport ist eine Möglichkeit, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Verlieben, One-Night-Stands, Achterbahnfahrten und Bunji-Jumping, Auftritte auf großer Bühne oder Horrorfilme sind andere Spielarten dieses Phänomens. Ähnlich wie beim Serotonin, kann auch hier ein zu schneller, zu starker Abbau zu einem Mangel führen. Das Enzym, um das es an dieser Stelle geht ist die COMT (Catechol-O-Methyl-Transferase). Ist es überaktiv, leidet unser Gehirn unter Dopaminentzug – es bekommt keine Belohnung mehr und wird sich anderweitig umsehen. Alkohol ist ein möglicher Ersatz (übrigens ebenso wie Kokain), hat aber zwei entscheidende Nachteile gegenüber Dopamin: Erstens schädigt er das Gehirn nachhaltig und irreversibel und zum zweiten wird immer mehr benötigt, um den gleichen Effekt auszulösen. Irgendwann ist das Gehirn auf eine steigende Basisration Alkohol angewiesen, um seine regelmäßige Belohnung zu erhalten. Genetische Variationen, die mit einer überaktiven COMT einhergehen sind relativ häufig: 30% der Durchschnittsbevölkerung und 70% der Alkoholiker weisen entsprechende Mutationen auf. Typische Wesenszüge bei Betroffenen sind geringe Produktivität, leichte Ablenkbarkeit, breit gefächerte Interessen, ohne die Disziplin sie nachhaltig zu verfolgen (Student im 23. Semester), Motivationsdefizite, ein schwaches Gedächtnis und eine gewisse Scheu vor Publikum zu sprechen oder aufzutreten.



Cortisol


Beim Thema Cortisol geht es um eine ähnliche Thematik. Cortisol ist ein Stresshormon, das immer dann vermehrt ausgeschüttet wird, wenn entsprechende Leistungsanforderungen bestehen. Das kann physischer, aber vor allem auch psychischer Stress sein (Klassiker: Arbeitsplatz, Beziehung/Ehe). Durch bestimmte Mutationen kann die Sensibilität der Cortisol-Rezeptoren vermindert sein. Folge: Der Körper muss immer mehr Cortisol ausschütten, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Daraus ergibt sich ein immer stärker ausgeprägter, permanenter Stresszustand im Organismus, der Drehzahlbereich unseres Gehirns liegt anhaltend im roten Bereich. Damit wächst natürlich auch das Bedürfnis, sich Entspannung zu verschaffen. Normalerweise wäre hier ein Gegenspieler des Cortisols zuständig, auf den wir gleich kommen werden. Der kann allerdings knapp sein. Schnell, immer verfügbar sowie sekundenschnell wirksam: Alkohol.



GABA


Der wichtigste beruhigende und entspannende Botenstoff unseres Gehirns ist GABA (noch vor Serotonin). Wenn Dopamin, Cortisol und Adrenalin die Fraktion „Gaspedal“ sind, dann ist GABA die universelle Bremse. GABA beruhigt unsere Nervenzellen, es streichelt sie sanft und vermittelt ihnen Geborgenheit. GABA ist die Kuscheleinheit, ohne die unsere Neuronen verzweifeln. Das Ansprechen der GABA-Rezeptoren ist das mächtigste Werkzeug, um unserem Gehirn zu signalisieren „Entspann dich, alles wird gut“. Was ist übrigens einer der stärksten GABA-Agonisten, also eine Substanz, die anstelle von GABA genau diese Rezeptoren anspricht und die gleiche Wirkung wie GABA auslöst? Genau. Alkohol. Alkohol ist sozusagen flüssiges GABA. Das klassische Bier oder Glas Wein am Abend (gerne auch etwas Härteres) erfüllt genau diesen Zweck: Wir vermitteln unserem Gehirn „komm runter“ – und es kommt runter. Auch hier gibt es wieder Genveränderungen, die sowohl den Aufbau von GABA behindern als auch dessen Abbau beschleunigen können. Folge: Ein permanentes, lebenslanges GABA-Defizit. Wer könnte es dem betroffenen Gehirn verübeln, sich nach Alternativen umzusehen. Die Häufigkeit entsprechender Mutationen liegt bei Alkoholikern mit 40% etwa 8-mal so hoch wie beim Durchschnittsbürger.



Die Testung: Wo stehe ich?


Wie erfährt man nun aber, ob man von der ein oder anderen der angesprochenen Mutation betroffen ist? Beim Hausarzt nachzufragen kann man sich sparen. Auch Spezialisten wird man in den Gelben Seiten vergeblich suchen. Bleibt nur: DIY. Wer diesbezüglich Klarheit haben will (vielleicht nicht nur für sich, sondern auch die eigenen Kinder oder Verwandten), der kann folgendermaßen vorgehen: Zuerst einmal muss man die genetischen Rohdaten gewinnen. Das geht inzwischen relativ einfach, indem man einen der vielen genetischen Abstammungstests macht, die mittlerweile problemlos verfügbar sind (z.B. hier, hier oder hier). Anschließend lädt man die Rohdaten vom Anbieter herunter, da die Ergebnisse des Abstammungstests als solche an der Stelle herzlich wenig bringen. Sodann kann man seine Rohdaten durch bestimmte Plattformen analysieren lassen, z.B. hier. Dazu muss man nur die Rohdaten wieder hochladen und violà – man sieht wie es COMT, MAO, Serotonin, Cortisol, GABA & Co so geht. Auf die Untersuchung der anderen angesprochenen Probleme (Leaky Gut, Silent Inflammation, Zytokine, etc.) haben sich mittlerweile einige Labore in Deutschland spezialisiert, z.B. dieses oder dieses. Um hier Proben analysieren zu lassen muss man allerdings zuerst zu einem Therapeuten, der mit diesen Laboren arbeitet. Von denen gibt es inzwischen glücklicherweise einige, der Griff zum Telefon ist hier der Weg zum Erfolg.


Wer sich nun frägt für was das alles gut sein soll – Mutationen sind schließlich Mutationen, die hat man und das für den Rest des Lebens und wird sie auch nicht mehr los: Nun, die gute Nachricht ist das man sich auf diese Mutationen einstellen kann. Wenn man weiß, wo es im Getriebe hakt, kann man gezielt gegensteuern. Wer zu viel und zu schnell Serotonin abbaut – der kann den Abbau verlangsamen und die Produktion hochfahren. Wer ständig zu wenig GABA hat, kann sich welches besorgen. Für all die angesprochenen Defizite und Schwachstellen gibt es Lösungen. Diese sind günstig, einfach, legal und – im Gegensatz zu Alkohol – nebenwirkungsfrei. Zumindest, wenn man weiß was man tut. Wir werden uns mit den Werkzeugen, die man hier benötigt im fünften und letzten Teil dieser Serie beschäftigen (Effektive Therapie Teil 4: Die kleinen Helferlein). Wer sich etwas ausführlicher mit dem Thema wie Gene unser Verhalten beeinflussen beschäftigen möchte, dem sei die folgende Lektüre empfohlen:


Das soll es an dieser Stelle gewesen sein, ich hoffe bald die Zeit für den nächsten Teil zu finden.


LG, Doc F.




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