Die verschiedenen Aufbereitungen von Iboga

Eine der ersten Fragen mit denen man konfrontiert ist, wenn man mit dem Gedanken spielt Iboga zu nehmen: In welcher Form und Wie? Shops im Internet gibt es reichlich (siehe hierzu hier) und angeboten werden verschiedenste Iboga-Varianten. Wir wollen mal versuchen uns diesbezüglich ein wenig zu sortieren.

Der erste Schritt besteht darin, aus der Iboga-Pflanze die Wurzeln zu gewinnen. Das ist auch gleichzeitig die einfachste Form in der man Iboga kaufen kann. Vorteil: Sehr günstig. Nachteil: Uns interessiert eigentlich nur die Wurzelrinde, weil in der das Ibogain steckt. Der nächste Schritt ist daher die Wurzelrinde abzuschaben. Diese Späne kann man ebenfalls käuflich erwerben und dann z.B. in einem Sud ansetzen und konsumieren oder einnfach darauf herumkauen. Es sind alle Alkaloide der Iboga-Pflanze drin (da gibt es außer Ibogain noch einige andere, deren spezifische Wirkung allerdings noch nicht erforscht ist). Der Ibogaingehalt liegt bei 6% Massenanteil. Also Rechenbeispiel: Wer 1g dieser Späne konsumiert nimmt 60mg Ibogain zu sich. Da Iboga geschmacklich keine Offenbarung ist (kurz, es definiert den Begriff "bitter" neu), wird das nicht für alle geeignet sein. Die nächste Aufbereitungsstufe ist nun, diese Späne zu mahlen, so das man Pulver erhält. Dies bezeichnet man als Wurzelrindenextrakt. Der Ibogaingehalt ist immer noch 6%, allerdings hat mit dem Pulver nun mehr Möglichkeiten was die Einnahme angeht - Sud, in eine Flüssigkeit einrühren oder sublingual (also unter die Zunge legen). Viele Shops bieten dieses Pulver auch in Kapselform an, gängigste Größe ist 300mg pro Kapsel. Diese unkomplizierte Darreichungsform ist sehr beliebt für Mikrodosing, eine Kapsel enthält ca. 18mg Ibogain. Bis hier gilt für alle Varianten: Alle Alkaolide sind drin, Ibogaingehalt ist jeweils 6%. Diese Varianten eignen sich gerade für Einsteiger sehr gut: Sie kosten wenig, erlauben den Einsatz kleinster Dosierungen und es ist nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Für Fortgeschrittene, alle die mehr wollen oder für den professionellen Einsatz gerade im Bereich der Sucht-Therapie wird es ab jetzt spannend: Mit den chemischen Auszügen des Wurzelrindenextrakts. Hier gibt es zwei Varianten: TA und HCl. Was steckt jeweils dahinter? TA steht für "Total Alkaloid". Durch chemische Extraktionsverfahren werden aus dem Wurzelrindenextrakt die Alkaloide isoliert. Das entstehende Pulver enthält also auschließlich die Alkaloide aus Iboga - alle anderen Pflanzenanteile sind raus. Das sieht dann so aus, das 50% der Masse auf Ibogain entfallen und 50% auf die anderen Alkaloide. Wer also 1g TA konsumiert nimmt gleich 500mg Ibogain zu sich - eine völlig andere Dimension als Wurzelrinde(nextrakt). Das kann man mit Hilfe einer Feinwage natürlich für Mikrodosing nutzen (um die Wirkung einer 300mg Kapsel Wurzelrindenextrakt zu erzielen müsste man 36mg abwiegen), aber eigentlich liegt der Einsatzzweck in den Hochdosisanwendungen (Halfflood und Fullflood). Wer die reinste Form von Ibogain will greift zum HCl. Hier werden in einem zweiten Extraktionsverfahren die anderen Alkaloide ausgesondert und übrig bleibt 99% reines Ibogain. Wer 1g HCl einnimmt ist gleich mit 990mg Ibogain am Start. Eigentlich einziger Einsatzzweck für HCl: Die Fullflood, also die Hochdosisanwendung von Ibogain in der Maximaldosis. Der Vorteil gegenüber TA ist, das bestimmte Nebenwirkungen die bei der hochdosierten Verwendung von Iboga auftreten können (v.a. Übelkeit und Erbrechen) vermieden werden können. Der Nachteil - je nach Perspektive - ist, das durch den Umstand das jetzt nicht mehr der Gesamtcocktail aller Alkaloide genutzt wird diese Variante der Iboga-Nutzung nicht mehr der ursprünglichen schamanischen Nutzung entspricht.

Fazit: Wer sich mittels Mikrodosing langsam mit Ibogain vertraut machen will greift am ehesten zum Wurzelrindenextrakt, sei es als Pulver oder in Kapseln. Wer bereits Erfahrungen gesammelt hat und die Dosis steigern will wird früher oder später beim TA landen. Spätestens wenn es in Richtung Halfflood/Fullflood geht ist die Frage eigentlich nur noch TA oder HCl. Die Antwort wird je nach Priorität des Anwenders (Nebenwirkungsarmer Einsatz, spirituell bedingt Betonung des ursprünglichen schamanischen "Cocktails") unterschiedlich ausfallen.

Übrigens: Wer jetzt mit dem Geanken spielt sich einen Iboga-Strauch auf den Balkon zu stellen um Geld zu sparen... das wird nix werden. Die Iboga-Pflanze ist sehr wählerisch was ihre Umgebung angeht. Bislang wächst sie nur in Afrika (v.a. Gabun), Pflanzversuche in anderen Regionen sind bisher gescheitert (aktuell läuft noch ein Versuch in Mexiko). Wer jetzt sagt "Aber mein Balkon steht ja in Mexiko", auch der sei gewarnt: Bis das Ibogain geerntet werden kann sollte man die Pflanze 15 Jahre in Ruhe wachen lassen.


LG,


Doc Flo


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