Ibogain, Mathe & Chemie 9. Klasse und DMSO

Nehmen wir einmal an, eine Person plant Ibogain mit DMSO zu kombinieren, um die Aufnahme zu verbessern - grundsätzlich ja eine Überlegung wert. DMSO ist ein hervorragender Carrier um diverse Substanzen schneller über und durch biologische Membranen zu transportieren (Darmschleimhaut, Blutgefäße, Zellmembranen im Allgemeinen). Stellt sich nur die Frage nach "Wieviel DMSO". Die gute Nachricht: Wissen aus der 9. Klasse reicht aus um diese Frage zu beantworten.

Die schlechte Nachricht: Nicht Wissen aus dem Kunst-, Musik- oder Sportunterricht, sondern Chemie und Mathe. Für alle die bei Zahlen, Mathe oder Chemie klinisch relevante Abwehrreaktionen zeigen (Herzrhythmusstörungen, Hautausschläge, Schlafstörungen oder ähnliches): Am Endes des Posts steht die Zusammenfassung in zwei Zeilen.

Tja. Willkommen beim Gehirnjogging. Gesegnet die, deren Gehirn schon länger oder höherdosiert oder noch besser bereits höherdosiert und dazwischen längere Zeit mittels MD Ibogain bekommen hat. Iboga-Gehrine können das was jetzt kommt locker verarbeiten und aus dem Ärmel schütteln...

Wollen wir uns mal sortieren. Was wir brauchen sind die molaren Massen der beteiligten Substanzen, deren eingesetzte Massen sowie den guten alten Dreisatz. Wichtig: Das alles funktioniert nur für TA und HCl. Bei Wurzelextrakt sind viele Substanzen mit beteiligt, deren molare Massen im Exktrakt leider nicht bekannt sind. Hier kann man am ehesten mit einer Faustformel rechnen, siehe weiter unten.

Die molare Masse von Ibogain liegt bei gerundet 310g/mol, die von DMSO bei 78g/mol. Der Einfachheit halber rechnen wir jetzt mal beispielhaft mit 1g TA, bzw. 1g HCL.

Die Ausführung:


Für TA haben wir einen Ibogaingehalt 50%, macht bei 1g = 0,5g Ibogain.

0,5g bei 310g/mol stellt sich so dar:



Wenn man jetzt geschickterweise die Einheiten kürzt und sich erinnert, das geteilt durch einen Bruch das Gleiche ist wie Multiplikation mit dem Kehrbruch, ergibt sich eine etwas einfachere Situation:





So. Da wir wissen das DMSO 78g/mol hat und wir 0,0016mol Ibogain binden wollen brauchen wir

0,0016mol x 78g/mol = 0,125g DMSO. Wenn man jetzt noch weiß das DMSO 1,1g/ml hat kommt man recht schnell auf 0,14ml DMSO/g Ibogain.

Berücksichtigen müssen wir noch das im TA genausoviele weitere Alkaloide drin sind wie Ibogain. Die haben näherungsweise eine ähnliche molare Masse wie Ibogain (das leichteste 280g/mol, das schwerste 370g/mol). Man kann worst case mit der leichtesten rechnen, also legen wir noch 0,5g mit 280g/mol oben drauf. Das ergibt nach der obigen Formel nochmal 0,0017mol, also 0,133g oder 0,15ml DMSO. Zusammen kommen wir auf also final auf 0,29ml DMSO pro 1g TA. Für HCl ergeben sich aufgrund der genannten Zahlen fast identische Werte mit 0,28ml DMSO pro 1g HCl. Weil keiner mehrstellige Dezimalbrüche mag, merken wir uns einmal 0,3ml DMSO für beide Aufbereitungen.

Jetzt hat natürlich nicht jeder eine Mikropipette daheim um 0,3ml abzumessen. Eine handelsübliche Spritze aus der Apotheke mit 2ml Nennvolumen kann hier Abhilfe schaffen.

Alternativ kann man natürlich auch in Tropfen rechnen. Nur wieviel ml hat ein Tropfen von Irgendwas? Eine kurze Recherche im Wiki des Vertrauens (alternativ kann man auch mit dem Apotheker seines Vertrauens sprechen, die Resultate sind identisch) ergibt: Ein Tropfen hat 50µl (in Worten: Mikroliter). Anders formuliert: 20 Tropfen entsprechen 1ml. Wer also 0,3ml benötigt sollte 0,3x20 = 6 Tropfen einsetzen. Wir merken uns also als zweite Faustformel 6 Tropfen DMSO pro 1g TA oder HCl.


Bei Wurzelextrakt wird es eher unwissenschaftlich, da die molaren Massen der diversen Bestandteile nicht bekannt sind, bzw. der Massenanteil der spezifischen Bestandteile am Gesamtextrakt. Hier macht es jetzt Sinn sich Ingenieure und Physiker als Vorbild zu nehmen. Physiker rechnen nicht so furchtbar exakt sonder näherungsweise (Auf gut boirisch: "Basst scho"), Ingenieure lieben Redundanz ("Doppelt genäht hält besser"). Außer Alkaloiden kommen hier noch Glykoside und Isoprenoide in Frage. Molare Masse also irgendwo zwischen ca. 70 - 360 g/mol. Wir rechnen worst case (unser innerer Ingenieur) und nehmens nicht so genau (unserer innerer Physiker), ergo 70g/mol. Da Wurzelextrakt nur zu 6% aus Ibogain besteht, entfallen weitere 6% auf die restlichen Alkaloide und 88% auf "Wer weiß schon was". Wer weiß schon was errechnet sich flink mit:


Die Umrechnung in Gramm DMSO und ml DMSO sowie ml pro Tropfen sparen wir uns an der Stelle, da es das Gleiche ist wie weiter oben. In Summe brauchen wir:


0,12g mit 6 Tropfen pro Gramm = 1 Tropfen (eigentlich 0,72, aber wir sind jetzt Physiker)

0,88g mit 23 Tropfen pro Gramm = 21 Tropfen (eigentlich 20,24 aber...)


Macht unterm Strich 22 Tropfen pro Gramm Wurzelextrakt. Das geht - kann man schlucken. Nur wer jetzt in Richtung HF oder FF denkt, da kommen ja schnell mal 20g und mehr zusammen... da sind wird dann bei 20g schon mit 440 Tropfen (oder 22ml) DMSO am Start. Unser innerer Chemiker möchte auch nochmal etwas beitragen und erinnert uns daran, das DMSO Dimethyl-sulf-oxid ist, daher ziemlich reiner Schwefel. Das muss man a) mögen und b) wird man, was Ausdünstungen betrifft, für 1-2 Tage einen entsprechenden Odor entwickeln. Das darf man sich in etwa wie ein Deo mit Duftnote "Fauliges Ei" vorstellen und betrifft Schweiß, Urin und alles andere was man so absondert.

So, das war's mit unserer kleinen Runde Gehirnjogging. Euer Gehirn ist jetzt gelockert und glücklich, und ihr seid es auch wegen der einfachen aber zuverlässigen Formel die wir uns die letzten Minuten erarbeitet haben:

Zusammenfassung: TA und HCl: 6 Tropfen pro Gramm, Wurzelextrakt 22 Tropfen pro Gramm.




LG, Doc F.




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