Medizinisches Teil 1: Kontraindikationen

Du hast im Internet bestimmt schon Horrorberichte gelesen, das Personen während einer Ibogain-Anwendung verstorben sind. Die schlechte Nachricht: Diese Berichte sind leider wahr. Die gute Nachricht: Solche unangenehmen Nebenwirkungen lassen sich vermeiden. Wie? Indem man diesen Blog liest und folgende Regeln beachtet:


1.

Führe einen medizinischen Checkup durch und respektiere die Ergebnise - vielleicht bist du momentan einfach nicht geeignet für eine Ibogain HF oder FF. Welche Tests du brauchst erfährst du in diesem Blogeintrag.


2.

Vermeide Mischkonsum. Ich kann das nicht genug betonen. Noch nicht einmal die Wirkung von Ibogain ist ausreichend wissenschaftlich erforscht - wir wissen nur einen Bruchteil dessen was Ibogain in unserem Gehirn so alles macht. Wir wissen noch viel viel weniger was passiert wenn andere Substanzen mit Ibogain wechselwirken. Das betrifft PAS (Psychoaktive Substanzen) aber auch bestimmte Medikamente. Welche erfährst du praktischerweise auch gleich hier.


3.

Halte dich an medizinische Obergrenzen bei der Dosierung. Im Netz kursieren teilweise Dosierungsempfehlungen die weit über das hinausgehen was aus medizinischer Sicht unbedenklich ist. Bitte bedenke folgendes: Nur weil mal jemand solche Dosierungen unbeschadet überlebt hat, heißt das nicht das sie automatisch unbedenklich sind. Wo diese Obergrenze liegt und wie du sie für deine bevorzugte Iboga-Variante berechnen kannst - erfährst du natürlich auch hier.


Wenn du diese Sicherheitsregeln beachtest, wirst du sicher mit Ibogain reisen. Nun also zu den Details:


Der Medizinische Checkup

Ibogain löst ab bestimmten Dosierungen unerwünschte Wirkungen aus (gemeinhin als Nebenwirkungen bezeichnet). Die werde ich in einem separatem Blogeintrag behandeln. Um deine medizinische Eignung zu prüfen genügt es an dieser Stelle auf drei dieser NW einzugehen. Die wichtigste ist die Wirkung von Ibogain auf dein Herz - es verändert nämlich den Herzrhythmus. Konkret das so genannte QT-Intervall im EKG, indem es dieses verlängert.

Das kann im ungünstigsten Fall zu einer unkontrollierten Beschleunigung des Herzrhythmus führen (Ventrikuläre Tachykardie). Die Folgen können dramatisch sein: Akuter Blutdruckabfall bis hin zum Schock, Bewusstlosigkeit und im Schlimmstfall Herzstillstand. 70% der Todesfälle die bekannt geworden sind, waren Folge genau dieser Problematik. Die Betroffenen hatten vorher kein EKG durchgeführt und litten bereits an Herzrhythmusstörungen mit QT-Verlängerung. Ibogain war dann der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte. Deswegen: Geh zu deinem Hausarzt oder zu einem Kardiologen und lass ein EKG schreiben. Wenn alles normal ist hast du den wichtigsten Risikofaktor ausgeschlossen. Wer eine Full-Flood durchführt, ohne vorher ein EKG machen zu lassen spielt mit seinem Leben.

Zum zweiten musst du wissen das Ibogain von der Leber verstoffwechselt wird. Ist also die Leberfunktion bereits stark angegriffen, läuft die Pharmakologie von Ibogain in deinem Körper völlig aus dem Ruder. Deswegen solltest du den Zustand deiner Leber durch entsprechende Blutuntersuchungen vorab prüfen. Die dafür benötigten Parameter bezeichnet man auch als LFT (Leber-Funktions-Test) und umfassen: GPT/GOT (alternative Bezeichnung ALAT/ASAT), GGT, Bilirubin, Albumin und einen Gerinnungstest. Für die meisten unproblematisch, aber Personen die an Alkoholsucht erkrankt sind haben hier häufig größere Baustellen. Wenn das für dich zutrifft - keine Panik. Du kannst wahrscheinlich trotzdem eine Full-Flood durchfühen. Aber: Nicht in Eigenregie oder in Form von Tripsitting. Du brauchst dann eine stationäre Full-Flood in einer Klinik die sich mit derlei auskennt. Du findest diese Klinik bei den Links oder direkt hier. Auch dieser spezielle Ort verdient einmal einen eigenen Blogeintrag in der Zukunft. Ich als Alkoholiker habe meine ersten zwei Full-Floods mit absolut gruseligen Leberwerten genau da problemlos durchgeführt.

Der dritte und letzte Punkt betrifft deinen Blutdruck. Ibogain senkt ihn. Wenn du also bereits an niedrigem Blutdruck (Arterielle Hypotonie) leidest, kann auch hier Ibogain das Tüpfelchen auf dem "i" sein. Deswegen: Blutdruck messen und sicherstellen das der in Ordnung ist. Werte unter 100/70mmHg können Probleme verursachen. Auch hier gilt dann: Ab in die Klinik und stationär arbeiten. Außerdem: Blutdrucksenker vor der Full-Flood absetzen (Je nach Mittel einen bis mehrere Tage vorher), und auf Histaminhaltige Lebensmittel verzichten (auch die senken den Blutdruck).


Der Mischkonsum

Wie oben beschrieben, ist bezüglich Biochemie, Pharmakologie und Pharmakokinetik von Ibogain noch vergleichsweise wenig bekannt und noch weniger was seine Wechselwirkungen mit anderen Substanzen angeht. Deswegen generelle Empfehlung: Ibogain mit keinen anderen PAS kombinieren. Bei den Medikamenten gilt besondere Vorsicht für alle, die ebenfalls in die Hirnchemie oder den Blutdruck eingreifen. Das betrifft v.a. Neuroleptika, Antidepressiva, Blutdrucksenker und MAO-Hemmer. All diese Medikamente müssen vor einer Full-Flood abgesetzt werden. Das ist manchmal gar nicht so einfach, weil man viele dieser Mittel nicht einfach weglassen kann - man muss sie langsam ausschleichen. Sprich hier am besten mit dem verordnenden Arzt, wie man das optimal machen kann. Als erstes schnapp dir also die Beipackzettel deiner Medikamente und achte auf folgende Dinge:

Kann das Medikament den Blutdruck senken?

Greift das Medikament in den Stoffwechsel von Dopamin, Serotonin oder Adrenalin ein?

Kann das Medikament den Herzrhythmus verändern?

Du kannst auch einen Apotheker fragen ob eine dieser Punkte auf deine Medikation zutrifft.


Obergrenzen bei der Dosierung

Nicht alles was irgendwann einmal irgendwer unbeschadet überlebt hat ist automatisch sicher und empfehlenswert. Ich habe viele Gespräche mit anderen Ärzten geführt und es hat sich folgende Obergrenze herauskristallisiert, bis zu der keine anhaltenden neurologischen Schäden zu erwarten sind: 25mg/kg Körpergewicht reines Ibogain. Je nachdem mit welcher Iboga-Variante du arbeitest ergeben sich daraus unterschiedliche Zahlen. Am einfachsten zu berechnen ist das für HCl - es ist ja reines Ibogain. Hier gelten exakt 25mg/kg Körpergewicht. Bei TA verdoppelt sich diese Zahl auf 50mg/kg Körpergewicht. Solltest du, aus welchen Gründen auch immer, planen, eine Full-Flood mit Wurzelrindenextrakt durchzuführen, dann wäre 400mg/kg Körpergewicht dein Limit. Die Berechnung ist nicht allzu kompliziert. HCl ist quasi reines Ibogain (99%), TA hat einen Anteil von 50% und Wurzelrindenextrakt 6%.


So. Ich habe die Berichte über dramatisch aus dem Ruder gelaufene Full-Floods gründlich studiert, und alle hingen damit zusammen, das einzelne oder gleich mehrere der hier beschriebenen Sicherheitsregeln nicht beachtet wurden. Und noch ein wichtiger Hinweis: Ihr werdet im Internet immer wieder auf Angebote für Tripsitting stoßen. Vorsicht! Hier werden die obigen Dinge im Regelfall nicht geprüft und das medizinische Know-How um auftretende Probleme zu managen ist nie vorhanden. Das ist nur etwas für Personen, die keinen der hier beschriebenen Risikofaktoren aufweisen. Alle die mit einer Substanzabhängigkeit zu kämpfen haben, müssen vor einer Full-Flood erfolgreich entgiftet haben. Das betrifft in besonderem Maß Opiodie. Die verlinkte Klinik bietet beides als Paket an, Entgiftung plus Full-Flood. Für alle Substanzabhängigen definitiv die beste Adresse. Wer ohne abgeschlossene Entgiftung in eine Full-Flood geht, schlimmstenfalls in Eigenregie, oder, auch nicht viel besser mit Tripsitting, geht ein hohes Risiko ein.


Ich wünsche allen eine sichere Reise mit Iboga,


LG, Doc Flo


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